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Erste Hilfe beim Hund
Sicherung der Unfallstelle
Die
Aufgabenverteilung
Anruf
beim Tierarzt
Annäherung
und Untersuchung
Was tun bei
Offene
Brust- und Bauchwunden
Schwellungen
der Atemwege
Epilepsie
Atemwegsverlegung
Magendrehung
Notfälle
der Augen
Erfrierungen,
Ertrinken
Stromschlag
Hitzschlag
Fremdkörper
im Ohr
Schock
Gezieltes
Erbrechen
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Sicherung
der Unfallstelle
Jetzt, wo Sie an dieser Stelle die Sicherung des Unfallortes
als erste Maßnahme am Unfallort lesen, wird
Ihnen dies sicherlich banal vorkommen. Wenn aber der
eigene Hund verletzt auf der Straße liegt, vergisst
man häufig alle Vorsichtsmaßnahmen und
stürzt sich auf das Tier. Es ist jedoch absolut
notwendig zuerst die Unfallstelle zu sichern, indem
man z.B. den nachfolgenden Verkehr warnt und zum Anhalten,
bzw. zur Mithilfe zu bringen versucht. In unübersichtlichen
Lagen ist das Tier- unabhängig von der ersten
Untersuchung aus der Gefahrenzone, sprich Fahrbahn
zu schaffen.
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Die
Aufgabenverteilung
Sollten Sie in der glücklichen Lage sein, dass
sich am Unfallort mehrere Personen befinden, ist es
wichtig, dass eine Person das Kommando übernimmt
und eine klare Aufgabenverteilung vornimmt. Dazu gehört
z.B. die oben erwähnte sicherung der Unfallstelle,
der Anruf beim Tierarzt und die Mithilfe bei der Ersten
Hilfe z.B. durch Fixation des Tieres.
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Anruf
beim Tierarzt
Sind mehrere Personen am Unfallort, sollte zu diesem
Zeitpunkt bereits der Anruf beim Tierarzt erfolgen.
Anderenfalls ( ich werde später noch darauf eingehen)
muss natürlich die Erste Hilfe vorgehen. Der
Anruf beim Tierarzt ist enorm wichtig. Deshalb sollte
man im Heimatbereich die Telefonnummer seines Tierarztes,
bzw. der nächsten Tierklinik immer dabei haben.
In fremden Regionen wissen häufig andere Hundebesitzer,
Land und Forstwirte entsprechende Telefonnummern und
können Ihnen weiterhelfen. Ansonsten kann und
darf man sich ruhig an die Polizei oder Feuerwehr
wenden, um eine Auskunft über dienshabende Tierärzte
zu bekommen.
Der Anruf beim Tierarzt ist deshalb so enorm wichtig,
weil Sie unnötige Zeit verlieren, wenn Sie zu
einem Ihnen bekannten Tierarzt fahren, der aber zur
Zeit im Urlaub ist und geschlossen hat, oder außerhalb
der Sprechzeiten nicht zu erreichen ist. Gleiches
gilt, wenn Sie während der Nacht zu einem Notdienst
fahren und der dienshabende Arzt erst verständigt
und der OP für eine etwaige Notoperation, z.B.
bei einer Magendrehung, noch hergerichtet werden muss,bzw.
Die Arzthelferin erst noch geholt werden muss.
Dieser
Anruf sollte möglichst exakte und viele Informationen
für den Tierarzt enthalten, so dass er sich auf
eine Behandlung einstellen kann. Nur dann kann nach
dem Eintreffen des Patienten eine adäquate Behandlung
unverzüglich vorgenommen werden.
Wichtig
für den Tierarzt:
-
Was ist passiert?
- Welche
Tierart?
- Ist
das Tier bei Bewusstsein?
- Wann
kam es zu dem Unfall?
- Sind
offene Wunden erkennbar?
- Besteht
Schockverdacht?
- Was
kann ich bis zum Eintreffen beim Tierarzt tun?
- Wegbeschreibung
zur Praxis/ Klinik
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Annäherung
und Untersuchung
Nähern Sie sich dem verletzten Tier vorsichtig,
aber konsequent. Zeigen Sie keinesfalls Unsicherheiten,
denn diese könnten sich auf das Tier übertragen.
Sprechen Sie in gleichbleibend beruhigendem Tonfall
auf das Tier ein und nehmen Sie vorsichtig ersten
Kontakt auf. Zur eigenen Sicherheit sollte der erste
Kontakt im Nacken- Rückenbereich stattfinden.
Die können auch mittels eines Stöckchens
oder mit der Fußspitze das Tier sachte berühren.
Nun müssen Sie überprüfen, ob die lebenswichtigen
Organe des Tieres noch in Funktion sind. Es gilt das
Bewusstsein, die Atmung und den Kreislauf zu kontrollieren
und zu beurteilen. Dieses geschieht nicht in einer
derart getrennten Reihenfolge, wie es jetzt hier dargestellt
ist, sondern während der ersten Berührung,
bzw. der Bewusstseinskontrolle. Hierbei schaut man
sich schon gleichzeitig die Atmung an. Das Bewusstsein
eines Tieres können Sie durch lautes Ansprechen,
durch Berühren, durch Klatschen in die Hände
oder durch vorsichtigen kneifen in die Pfoten kontrollieren.
Zeigt das Tier keine Reaktion, ist es bewusstlos und
man muss die Atmung kontrollieren. Reagiert das Tier
noch und ist somit nicht bewusstlos, dann kann man
nun zur Ersten Hilfe in Form von Gliedmaßenstabilisierung
und Blutstillung mit Hilfe von Verbänden etc.
fortfahren. Stellen Sie fest, ob die Atemwege des
Tieres frei sind. Diese können durch Fremdkörper,
durch Erbrochenes oder durch Blut verlegt sein. Öffnen
Sie den Fang, ziehen Sie die Zunge hervor Blut und
Erbrochenes können Sie mit einem Tuch herauswischen,
bzw. mit einem Stöckchen oder mit der Hand. Jedoch
achten Sie auch hier auf nötige Vorsichtsmaßnahmen.
Sie können den Kreislauf durch Auflegung der
flachen Hand im vorderen Brustbereich in Höhe
der Ellbogengelenke kontrollieren.
Atmung:
Frequenz ( normal ca. 20 mal pro Minute ) dies ist
nicht leicht für einen Laien deshalb ist es einfacher,
die Schocksituation anhand der Schleimhautfarbe zu
beurteilen. Dazu heben Sie die Lefzen leicht an und
beurteilen die Färbung der Schleimhäute
des Zahnfleisches. Sind sie feucht rosarot ist es
normal, sind sie schmutzig-rot liegt häufig eine
schwerwiegende Infektion vor, sind sie blässlich,
müssen Sie mit einer Schocksituation oder mit
einem hohen Blutverlust rechnen. Durch kräftigen
Fingerdruck auf das Zahnfleisch können Sie kurzfristig
eine Blutleere erzeugen. Aus der Zeit bis der weiße
Fleck wieder die normale rote Farbe des Zahnfleisches
erreicht hat, der sogenannten Kapillarfüllungszeit,
können Sie eine weitere Kreislaufbeurteilung
vornehmen. Die Kapillarfüllungszeit sollte 2
Sekunden nicht überschreiten.
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Offene
Brust- und Bauchwunden
Die allgemeine Versorgung von Schürf-, Haut-
und Fleischwunden erfolgt nach den klassischen Kriterien:
Grobe Reinigung der Wunde mit Pinzette und Entfernung
klebender Haare aus dem Wundbereich. Bei Starker Verschmutzung
mit klarem kaltem Wasser eine Wundspülung vornehmen.
Die Wunde mit geeigneten Desinfektionsmitteln, wie
z.B. jodhaltigen Lösungen betupfen oder besprühen.
Mit einer Mullkompresse wird die Wunde abgedeckt und
je nach Lokalisation diese mit Pflaster oder Klebestreifen
fixiert. Offene Brustwunden entstehen oft wenn große
Hunde kleinere Artgenossen beißen. Es sind dann
nur ein bis zwei kleine Löcher in der Haut zu
erkennen, aber der Hund zeigt eine gewisse Schweratmigkeit
und hustet evtl. Blut. Sein Brustkorb erscheint aufgebläht,
die Haut knistert und es sind auf der verletzten Brustseite
keine Atemgeräusche zu hören. Weil in der
Brusthöhle physiologischer Weise ein Unterdruck
herrscht, kollabiert der jeweilige Lungenflügel
durch die traumabedingte Eröffnung. Solche Tiere
müssen Sie, nach Wundabdeckung, unter ständiger
Kontrolle der Vitalfunktionen schnellstens zum Tierarzt
bringen. Bei offenen Bauchwunden müssen Sie die
evtl. vorgefallenen Organteile, wie z.B. Darm, Blase
oder ähnliches grob reinigen und mit viel Wasser
(besser wäre physiologische Kochsalzlösung)
spülen, bevor sie zurückgelagert werden
können. Die Bauchwunde wird zugehalten, oder
durch Verband geschlossen. Die Reposition sollte nur
dann erfolgen, wenn die Reinigung und das Zurückschieben
der Organe ohne Schwierigkeiten möglich ist.
Ansonsten ist es besser, die vorgefallenen Teile in
feuchten Tüchern zu halten und sofort zum Tierarzt
zu fahren. Bei Stichverletzungen im Bauch- oder Brustkorbbereich
mit noch steckendem Fremdkörper, wie z.B. spitze
Äste, Eisenstangen, Messer, oder ähnlichem,
sollte, sofern ein Transport des Tieres dadurch nicht
verhindert wird, auf das Herausziehen des Fremdkörpers
verzichtet werden. Ansonsten drohen schwere Blutungen
und Organverletzungen.
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Schwellungen
der Atemwege
Durch Insektenstiche im Rachenraum und die daraus
resultierende lokale Allergie mit entsprechenden Schleimhautschwellungen,
kann es zu starker Atemnot kommen.
Folgende
Maßnahmen sind möglich: Kalte Umschläge
um den Hals im Kehlgangsbereich ( z.B. Cold Pack)
im Verband. Den Hund mit Speiseeis füttern oder
ihn daran lecken lassen. Arnika oder Apis viertelstündlich
verabreichen. (Bitte keine Hausmittel, wie rohe Zwiebeln
verabreichen, sie sind für Hunde giftig!).
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Epilepsie
Darunter versteht man Krampfanfälle, die erblich
bedingt, oder durch Erkrankungen, Traumata, Vergiftungen,
oder ähnliches gefördert werden. Durch Aufregung,
wie Freude (Heimkehr), oder Ärger (Postbote)
wird eine Reizschwelle überschritten. Es kommt
zu einem zentralnervösen Kurzschluss. Häufig
schweift der Blick kurz vor dem Anfall ins Leere und
die erste Verkrampfung ist im Kopfbereich festzustellen.
In der Krampfphase liegen die Hunde in Brust- oder
Seitenlage, nehmen die Umgebung nicht wahr, klappern
mit den Zähnen und setzen häufig Kot und
Urin ab. Ein Anfall kann wenige Sekunden bis Minuten,
aber auch länger dauern. Vorsicht, denn die Hunde
erkennen uns nicht und könnten unverhofft zubeißen.
Als Ersthelfer sollten Sie möglichst wenig unternehmen.
Allenfalls können Sie: Krampfende Hunde sichern,
z.B. Stühle oder ähnliches wegräumen.
Durch einlegen eines Handtuches in den Fang den Hund
daran hindern, dass er sich auf die Zunge beißt.
Dabei ist auf eine störfreie Atmung zu achten.
Bei allen länger andauernden Anfällen sollte
man immer sofort den Arzt aufsuchen.
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Atemwegsverlegung
Die Atemwege können bei einem bewusstlosen Tier
durch Speisereste, Erbrochenes, Blut usw. verlegt
werden. Bei spielenden Hunden kann die Atemwegsverlegung
durch Tennisbälle, Stöckchen, Knochensplitter,
Getreideähren oder ähnliches hervorgerufen
werden. Die Tiere husten, würgen, niesen und
verhalten sich, je nach Verlegungsgrad mehr oder weniger
panisch. Folgende Maßnahmen sind sinnvoll: Mittels
zweier Mullbinden oder Beißholz können
Sie das Maul öffnen und die Maul und Rachenhöhle
inspizieren. Etwaige Fremdkörper können
Sie mit der Pinzette oder den Fingern entfernen. Wenn
der Fremdkörper tiefer sitzt, bzw. nicht entfernt
werden kann, sollten Sie das Tier kopfüber hochheben
und schütteln, gegebenenfalls die Ausatmung durch
mäßigen Druck auf den Brustkorb unterstützen.
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Magendrehung
Die
Gefahr einer Magendrehung besteht in erster Linie
bei mittelgroßen und großen Hunden, wie
Schäferhunden, Bernhardinern, Doggen usw. Aufgrund
der lockeren Magenaufhängung und der Rumpftiefe
dieser Tiere ist es möglich, dass ein voller,
evtl. leicht aufgegaster Magen beim Toben und spielen
eine Drehung macht die absolut lebensbedrohlich ist.
Wichtig ist daher den Hund nicht übermäßig
vor dem Auslauf zu füttern und nach der Fütterung
2 – 3 Std. ruhen zu lassen. Durch die Drehung
des Magens werden die Speiseröhre und die Gefäße
abgeschnürt. Hierbei kommt es einerseits zu Durchblutungsstörungen
am Magen, mit daraus resultierenden Schockerscheinungen,
wie blasse Schleimhäute, Speichelfluss, schwacher
Puls usw. Andererseits können Verdauungsgase
nicht mehr über die Speiseröhre abgegeben
werden. Durch diesen Verschluss und die weitere Gasbildung
im Magen nimmt der Bauchumfang in Kürze drastisch
zu. Die Aufgasung des Magens ist durch Beklopfen der
Bauchwand in der Regel deutlich feststellbar (fußballartig).
Die Tiere hecheln und versuchen zu erbrechen, indem
sie würgen und eine typische Pumpbewegung machen.
Oftmals zeigen sie Durst, trinken etwas Wasser und
erbrechen es sofort wieder. Die Schocksymptomatik
ist, je nach Schweregrad, entsprechend stark ausgeprägt.
Im Endstadium haben die Tiere nur noch einen schwachen
Puls, blass-bläuliche Schleimhäute, zeigen
sich schwach, taumeln, oder kommen gar zum Festliegen.
Bei dem geringsten Verdacht auf das Vorliegen einer
Magendrehung sollte man schnellstmöglich einen
Tierarzt aufsuchen, denn die Prognose einer erfolgreichen
(meist chirurgischen) Behandlung verringert sich stündlich.
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Notfälle
der Augen
Verletzte Augen sollten grundsätzlich, wie bei
der allgemeinen Wundversorgung, mit einer Kompresse
abgedeckt, mit einem Kopfverband geschützt, und
schnellstens tierärztlich behandelt werden. Verätzungen
durch Säuren, Laugen, Kalk oder ähnliches
sind durch die starke Rötung der Augen, starken
Tränenfluss und Augenscheuern mit den Vorderpfoten
zu erkennen. Es ist wichtig, schnellstmöglich
eine Verdünnung der Substanz zu erreichen, indem
man mit Wasser (besser physiologische Kochsalzlösung)
die Augen ausspült. Besonders gut eignet sich
hierfür eine 20 ml Spritze. Dabei müssen
die Augenlider mit Daumen und Zeigefinger gespreizt
werden und das Wasser in einem milden Strahl bzw.
tröpfchenweise auf den Augapfel gegeben werden.
Vorfall des Augapfels dies geschieht in der Regel
durch Unfalltrauma bei den kurznasigen Rassen. Ein
Repositionsversuch sollte nur dann unternommen werden,
wenn er Aussicht auf Erfolg hat und einfach durchzuführen
ist. Ansonsten sollten Sie den Augapfel unter eine
Feuchte Kompresse legen, mit einem Verband abdecken
und schnellstmöglich den nächsten Tierarzt
aufsuchen.
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Erfrierungen,
Ertrinken
Mann unterscheidet zwischen lokalen Erfrierungen bei
denen nur einzelne Körperteile betroffen sind
( meistens weniger behaarte Körperteile wie z.B.
Gesäuge, Penis, Hoden, Fußballen) und allgemeinen
Erfrierungen, besser gesagt starke Unterkühlungen,
bei denen der gesamte Körper betroffen ist. Das
heißt, alle biochemischen Vorgänge im Körper
verlangsamen sich, bis hin zum völligen Zusammenbruch
der Vitalfunktionen. Lokale Erfrierungen. Massieren
Sie die betroffene Stelle, um den Blutfluss im Gewebe
anzuregen. Dann steigern Sie langsam die Umgebungstemperatur,
um den ausgekühlten Körper wieder zu erwärmen.
Die Körperteile, die Erfrierungen aufweisen,
können Sie mit einer fettenden Heilsalbe einreiben
und mit einem Verband abdecken. Dieser Verband wärmt
die betroffene Stelle, während Sie zum Tierarzt
fahren. Allgemeine Erfrierungen/ Unterkühlungen
die Sofortmassnahmen bei allgemeinen Erfrierungen
ähneln dienen der lokalen Erfrierungen. Wickeln
Sie den Hund in eine Decke ein (am besten eignet sich
eine Rettungsdecke) und rubbeln Sie ihn kräftig
ab. Dann bringen Sie ihn in einen kühlen Raum,
den Sie innerhalb der nächsten Stunde langsam
auf Zimmertemperatur erwärmen. Sie können
Ihrem Hund auch starken, erkalteten Kaffee einflößen,
um den Kreislauf anzuregen (2-5 ml pro 10 kg Körpergewicht).
Zusätzlich können Sie auch eine Rotlichtlampe,
bzw. eine Wärmflasche verwenden. Sie sollten
auf jedem Fall Rücksprache mit ihrem Tierarzt
halten. Auf freiem Feld ist das Tier in die Rettungsdecke
( mit der Silberseite nach innen) einzuwickeln. Alle
Hunde können schwimmen, aber auch die Kraft eines
noch so guten Schwimmers ist irgendwann erschöpft.
So kann es passieren, dass ein Hund zu ertrinken droht.
Kleine und mittelgroße Hunde können Sie
an den Hinterbeinen anheben und kopfüber hin
und her schütteln, damit das Wasser aus dem Fang
fließen kann. Bei großwüchsigen Hunderassen
gestaltet sich das Anheben etwas schwieriger. Legen
Sie den Hund auf eine schiefe Unterlage, kopfwärts
niedrige, so dass das Wasser abfließen kann.
Durch kräftiges Rubbeln über die Brustregion
unterstützen Sie die Atmung. Bei Atemstillstand
leiten Sie eine Reanimation ein. Kontrollieren Sie
immer wieder die Körpertemperatur des Tieres
und setzen Sie sich mit ihrem Tierarzt in Verbindung.
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Stromschlag
Zu einem Stromschlag können elektrische Geräte
in der Nähe von Wasser, ungesicherte Steckdosen,
fehlende Kabelisolierungen, ungesicherte Stromkabel
oder ein Blitzschlag führen. Trennen Sie Ihren
Hund sofort von der Stromquelle unter Berücksichtigung
aller Sicherheitsmaßnahmen (schalten Sie den
Strom aus oder drehen Sie die Sicherungen heraus).
Sollten diese Maßnahmen nicht möglich sein,
nehmen Sie sich nicht leitendes Material zu Hilfe.
Danach können Sie mit den Maßnahmen einer
Schockbehandlung beginnen Sobald es möglich ist,
bringen Sie Ihren Hund zum Tierarzt, da eine akute
Schockgefahr besteht und man Nervenschädigungen
nicht ausschließen kann.
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Hitzschlag
Ist der Hund im Sommer extremer Hitze (z.B. im Auto)
ausgesetzt, kann er einen Hitzschlag erleiden. Sorgen
Sie schnellstmöglich für frische Luft und
verschaffen Sie dem Hund Kühlung durch Beträufeln,
bzw. Besprühen mit kaltem Wasser. Aber Sie sollten
diese Maßnahmen nicht zu plötzlich einleiten,
da der Hund sonst einen Schock erleiden könnte.
In freiem Gelände ist das Tier zusätzlich
in die Rettungsdecke (Silberseite nach außen)
einzuwickeln. Nach Möglichkeit sollten Sie dem
Hund leicht warmes Wasser (notfalls ist kaltes besser
als gar keins) zum Trinken anbieten. Sonstige begleitende
Maßnahmen finden Sie in dem Kapitel über
Schock.
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Fremdkörper
im Ohr
Sie bemerken, dass Ihr Hund einen Fremdkörper
(z.B. eine Granne, Grashalm, Dorn etc.) im Ohr hat,
wenn er häufig mit dem Kopf schüttelt, dabei
aufjault, sich mit der Pfote am Ohr kratzt und den
Kopf schief hält. Einen Fremdkörper, der
tief im Gehörgang sitzt, sollten Sie nicht selbst
entfernen, sondern einen Tierarzt aufsuchen. Sitzt
der Fremdkörper jedoch im Bereich des äußeren
Gehörganges und Sie können ihn problemlos
mit einer Pinzette erreichen, können Sie versuchen
diesen selbst zu entfernen. Suchen Sie sich jemanden,
der Ihnen zur Hand geht, und den Kopf des Hundes stillhält.
Achtung gehen Sie nicht zu tief in den Gehörgang,
Sie könnten ihn verletzen. Danach sollten Sie
das Ohr mit einem speziellen Ohrreiniger gründlich
durchspülen.
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Schock
Ich möchte dieses Kapitel noch einmal speziell
herausstellen, weil der Schock viele Unfälle
und Notfälle begleitet. Der Begriff Schock beschreibt
ein Syndrom, also einen Symptomenkomplex. Ursachen
eines Schockes können massive Blutverluste, Herzerkrankungen,
Vergiftungen, Allergien, Infektionen oder Flüssigkeitsverluste
nach schweren Durchfällen und Verbrennungen sein.
Einen schweren Schock durch psychische Traumata stellen
wir beim Hund selten fest. Schocksymptome sind: allgemeine
Schwäche, schwacher, schneller Puls, blasses
Zahnfleisch, die kapilläre Füllungszeit
ist deutlich über zwei Sekunden, das heißt
ein durch Fingerdruck am Zahnfleisch erzeugte Blutleere
braucht deutlich länger als 2 Sekunden, bis sie
nicht mehr als weißer Fleck erkennbar ist, schnelle
und flache Atmung, kalte Körperenden (Ohren und
Gliedmaßen). Schockfolgen: Durch die mangelhafte
Durchblutung entsteht im Gewebe eine Übersäuerung
und ein Sauerstoffmangel, mit den daraus entstehenden
weiteren Gewebeschäden. Das bedeutet, dass ein
lang anhaltender Schock durch diesen Teufelskreis
immer mehr die Vitalfunktionen schwächt und schließlich
zum Tode führen kann. Schockbehandlungen: Abstellen
der Ursache ( z.B. starke Blutungen unterbinden).
Beruhigung des Tieres, in warme Decken einhüllen,
die Vitalfunktionen ( Bewusstsein, Atmung, Herz) ständig
überwachen und schnellstmöglich einen Tierarzt
aufsuchen.
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Gezieltes
Erbrechen
Sie können einen Hund gezielt zum Erbrechen bringen,
indem Sie ihm, je nach Größe und Gewicht,
10 bis 20ml gesättigte Kochsalzlösung eingeben.
Das Tier wird nach der Verabreichung unverzüglich
erbrechen. Es ist ein gutes Hausmittel für den
Fall, dass Sie gesehen haben, wie ein Hund Rattengiftköder,
Socken, Zwiebeln oder ähnliches aufgenommen hat.
Dies sollte aber nicht geschehen, wenn der Hund Bewusstseinsstörungen
oder Atemstörungen hat. Wenn scharfkantige Fremdkörper
(z.B. Glassplitter oder Angelhaken) aufgenommen wurden.
Wenn Säuren, Laugen oder sonstige stark reizende
Stoffe aufgenommen wurden. Im Zweifelsfall bitte immer
vorher einen Tierarzt anrufen und den Fall schildern.
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